Ratgeber

Steuern sparen als Angestellter

8 legale Steuertipps mit konkreten Beträgen – so holen Sie sich bis über 5.000 € vom Finanzamt zurück.

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Ø Erstattung (Arbeitnehmer) 1.095 €
Fehlerquote Bescheide ~30 %
Pauschbetrag Werbungskosten 1.230 €
Frist Steuererklärung 31. Juli

Warum Steuern sparen für jeden Angestellten möglich ist

Rund 14 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland geben freiwillig eine Steuererklärung ab – und erhalten im Schnitt 1.095 € zurück (Statistisches Bundesamt). Das sind über 15 Milliarden Euro, die jedes Jahr vom Finanzamt an Steuerzahler zurückfließen. Wer keine Erklärung abgibt, verschenkt bares Geld.

Die gute Nachricht: Steuern sparen ist legal, erwünscht und einfacher als gedacht. Der Staat bietet bewusst Abzugsmöglichkeiten an – Pendlerpauschale, Homeoffice, Handwerkerkosten, Weiterbildung. Das Finanzamt erwartet sogar, dass Sie diese nutzen. Wer es nicht tut, zahlt mehr als nötig. Eine Steuererklärung mit Software dauert 1–3 Stunden und bringt im Schnitt über 1.000 € Erstattung. Der beste Stundenlohn, den Sie je verdient haben.

Im Folgenden zeigen wir 8 konkrete Steuertipps mit exakten Beträgen, die für fast jeden Angestellten relevant sind. Von der Pendlerpauschale bis zum Freistellungsauftrag – alles, was Ihre Steuerlast senkt.

⚠️
Wichtig: Steuertipps ersetzen keine Steuerberatung. Bei komplizierten Sachverhalten (Immobilienvermietung, Nebentätigkeit, Auslandseinkünfte) empfehlen wir einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein. Die Kosten sind im Folgejahr als Werbungskosten absetzbar.

8 Steuertipps für Angestellte

Von Werbungskosten bis Kapitalerträge – was Sie absetzen können.

Werbungskosten

#1 Pendlerpauschale

Bis 500–1.500 €

Für den Weg zur Arbeit: 0,30 €/km (ab dem 21. Km: 0,38 €) für die einfache Strecke, unabhängig vom Verkehrsmittel. Bei 30 km einfache Strecke und 220 Arbeitstagen: 30 km x 0,30 € x 220 Tage = 1.980 € Werbungskosten. Davon effektiv ~594 € Steuerersparnis (bei 30 % Grenzsteuersatz).

Werbungskosten

#2 Homeoffice-Pauschale

Bis 350–1.200 €

Pro Homeoffice-Tag 6 € (max. 1.260 €/Jahr = 210 Tage). Kein eigenes Arbeitszimmer nötig. Wer ein separates, ausschließlich beruflich genutztes Arbeitszimmer hat: Volle Kosten absetzbar (anteilige Miete, Strom, Heizung, Internet – oft 2.000–4.000 € pro Jahr). Wichtig: Homeoffice-Pauschale und Pendlerpauschale schließen sich für denselben Tag gegenseitig aus.

Werbungskosten

#3 Arbeitsmittel und Fachliteratur

Bis 200–1.000 €

Laptop, Monitor, Schreibtisch, Bürostuhl, Fachbücher, Software, Berufskleidung – alles, was Sie für die Arbeit brauchen, ist absetzbar. Einzelanschaffungen bis 800 € netto sofort absetzbar (GWG). Teurere Gegenstände werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben (Laptop: 3 Jahre). Auch Reparatur- und Reinigungskosten für Arbeitsmittel zählen.

Werbungskosten

#4 Fort- und Weiterbildung

Bis 500–5.000 €

Kursgebühren, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten, Übernachtung, Verpflegungsmehraufwand – alles absetzbar, wenn die Weiterbildung beruflich veranlasst ist. Auch Sprachkurse, wenn Sie die Sprache beruflich brauchen. Ein MBA oder Master neben dem Beruf: Die gesamten Kosten (oft 10.000–30.000 €) sind als Werbungskosten absetzbar und bringen massive Steuererstattungen.

Sonderausgaben

#5 Altersvorsorge (Riester/Rürup/bAV)

Bis 500–3.000 €

Beiträge zur Altersvorsorge sind als Sonderausgaben absetzbar: Riester-Rente: Eigenbeitrag absetzbar (max. 2.100 €/Jahr inkl. Zulage). Rürup (Basisrente): Bis 27.566 € (2025, Singles) absetzbar – besonders lohnend für Gutverdiener. Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Beiträge bis 604 €/Monat sozialabgabenfrei, steuerlich begünstigt. Berufsunfähigkeitsversicherung: Als Sonderausgabe absetzbar.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

#6 Handwerker und Haushaltshilfen

Bis 300–2.000 €

Handwerkerleistungen: 20 % der Arbeitskosten direkt von der Steuerschuld abziehbar (max. 1.200 €/Jahr). Nur Lohnkosten, nicht Material. Beispiel: Malerarbeiten 3.000 € Lohn = 600 € Steuerersparnis. Haushaltsnahe Dienstleistungen: 20 % der Kosten, max. 4.000 €/Jahr. Putzfrau, Gärtnerin, Betreuung – auch Minijobber im Haushalt. Wichtig: Barzahlung wird NICHT anerkannt, nur Überweisung!

Außergewöhnliche Belastungen

#7 Krankheitskosten und Pflege

Bis 200–3.000 €

Medizinische Kosten oberhalb der zumutbaren Belastung sind absetzbar: Zahnarzt, Brille, Kur, Physiotherapie, Medikamente (mit Rezept). Die zumutbare Belastung variiert je nach Einkommen und Familienstand (1–7 % des Gesamtbetrags der Einkünfte). Auch Pflegekosten für Angehörige oder Unterhaltszahlungen an bedürftige Personen (max. 11.784 €/Jahr) sind absetzbar.

Kapitalerträge

#8 Freistellungsauftrag und Verlustverrechnung

Bis 250–500 €

Nutzen Sie den Sparerpauschbetrag: 1.000 € (Singles) / 2.000 € (Paare) steuerfrei auf Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne). Richten Sie bei JEDEM Depot und Konto einen Freistellungsauftrag ein. Verlustverrechnung: Realisierte Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden – Verlusttöpfe werden automatisch vom Broker geführt.

Checkliste: Was kann ich absetzen?

Die wichtigsten Posten für die Steuererklärung auf einen Blick.

Absetzbarer Posten Betrag / Pauschale Hinweis
Pauschbetrag für Werbungskosten 1.230 € Automatisch, ohne Nachweis – prüfen, ob tatsächliche Kosten höher
Pendlerpauschale (30 km, 220 Tage) 1.980 € 0,30 €/km einfache Strecke, ab 21. km: 0,38 €
Homeoffice-Pauschale (100 Tage) 600 € 6 €/Tag, max. 1.260 € (210 Tage)
Arbeitsmittel (Laptop, Monitor) ~800 € Einzelanschaffungen bis 800 € netto sofort absetzbar
Kontoführungsgebühren 16 € Pauschale, ohne Nachweis akzeptiert
Gewerkschaftsbeitrag ~180 € Voller Beitrag als Werbungskosten
Handwerkerleistungen Bis 1.200 € 20 % der Lohnkosten direkt von der Steuer
Haushaltsnahe Dienstleistungen Bis 4.000 € 20 % der Kosten, nur per Überweisung
Spenden/Mitgliedsbeiträge Unbegrenzt Bis 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte
Sparerpauschbetrag (Kapitalerträge) 1.000/2.000 € Freistellungsauftrag bei Bank stellen!

Beste Steuer-Software im Vergleich

Die beliebtesten Programme und Apps für Ihre Steuererklärung.

Software Preis Plattform Features Bewertung Für wen?
WISO Steuer 29,95 € Win, Mac, Web, App Automatischer Belegabruf, Datenübernahme, Prüfer, Plausibilitätscheck, Elster-Schnittstelle 4,7 ★ Testsieger: Beste Allround-Lösung
Smartsteuer 34,99 € Web Interview-Modus, einfache Eingabe, automatische Optimierung, keine Installation 4,5 ★ Beste Web-Lösung für Einsteiger
SteuerSparErklärung 24,95 € Win, Mac Steuer-Tipps während Eingabe, Datenübernahme, Belegmanager, Prüfung 4,4 ★ Preis-Leistungs-Sieger
Taxfix 39,99 € App, Web Komplett per Smartphone, Foto-Scan von Belegen, Interview-geführt 4,3 ★ Beste App für einfache Fälle
Elster (Finanzamt) Kostenlos Web Offizielle Plattform, Vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) 3,5 ★ Kostenbewusste mit Steuerwissen

In 5 Schritten zur Steuererstattung

01

Werbungskosten über 1.230 € sammeln

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € wird automatisch berücksichtigt – OHNE Nachweis. Erst wenn Ihre tatsächlichen Werbungskosten darüber liegen, lohnt sich das Sammeln von Belegen. Typisch über 1.230 €: Pendler mit mehr als 17 km Arbeitsweg ODER Homeoffice plus Arbeitsmittel ODER eine teure Weiterbildung. Tipp: Rechnen Sie einmal grob nach, ob Sie über 1.230 € kommen.

02

Belege das ganze Jahr sammeln

Legen Sie einen digitalen Ordner an (oder nutzen Sie eine App wie WISO Steuer): Rechnungen für Arbeitsmittel, Weiterbildungs-Bescheinigungen, Handwerker-Rechnungen, Spendenbescheinigungen. Digitale Belege reichen aus – Sie müssen nichts mehr in Papierform archivieren. Wichtig: Handwerker und Dienstleister IMMER per Überweisung bezahlen, nie bar.

03

Steuer-Software nutzen

WISO Steuer oder Smartsteuer führen Sie Schritt für Schritt durch die Erklärung und finden automatisch Abzugsmöglichkeiten, die Sie übersehen würden. Die Software kostet 25–40 € und bringt im Durchschnitt eine Erstattung von 1.095 € (Statistisches Bundesamt). Return on Investment: über 2.000 %. Die Software-Kosten sind im Folgejahr sogar als Werbungskosten absetzbar.

04

Steuererklärung einreichen

Frist: 31. Juli des Folgejahres (mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: Folgejahr Ende Februar). Nutzen Sie den automatischen Belegabruf (vorausgefüllte Steuererklärung, VaSt) – Lohndaten, Versicherungen und Rentenbeiträge werden automatisch übernommen. Sie müssen nur noch Werbungskosten, Handwerker und Sonderausgaben ergänzen. Zeitaufwand: 1–3 Stunden.

05

Steuerbescheid prüfen

Prüfen Sie den Steuerbescheid innerhalb von 4 Wochen (Einspruchsfrist). Fehlerquote laut Bund der Steuerzahler: rund 30 %! Typische Fehler: Werbungskosten nicht berücksichtigt, Handwerkerkosten vergessen, falsche Steuerklasse. Die Steuer-Software zeigt Ihnen die Abweichungen zum eigenen Berechnungsergebnis. Bei Fehlern: Einspruch einlegen (kostenlos, formlos, per Brief oder Elster).

Häufig gestellte Fragen

Muss ich als Angestellter eine Steuererklärung abgeben?

Nicht immer – aber fast immer lohnt es sich. Pflicht besteht u. a. bei: Steuerklasse III/V, Nebeneinkünften über 410 €, mehreren Arbeitgebern, Lohnersatzleistungen (Kurzarbeitergeld, Elterngeld, Krankengeld). Freiwillig lohnt es sich fast immer: Sie haben 4 Jahre Zeit (rückwirkend bis 2021 im Jahr 2025) und im Schnitt gibt es 1.095 € zurück.

Was bringt ein Steuerberater vs. selber machen?

Für einfache Fälle (nur Angestellteneinkommen, keine Vermietung): Selber machen mit Software ist am effizientesten. WISO Steuer kostet 30 € und findet die gleichen Abzüge. Steuerberater lohnen sich bei: Vermietungseinkünften, Selbstständigkeit, Auslandsberührung, oder wenn Sie keine Lust haben. Kosten: 200–1.000 € (aber absetzbar!). Alternative: Lohnsteuerhilfeverein (60–400 €/Jahr je nach Einkommen).

Kann ich Homeoffice und Pendlerpauschale gleichzeitig nutzen?

Ja, aber nicht für denselben Tag. An Tagen im Büro: Pendlerpauschale. An Homeoffice-Tagen: Homeoffice-Pauschale (6 €/Tag). Sie können also mischen: 120 Tage Büro (Pendlerpauschale) + 100 Tage Homeoffice (600 € Homeoffice-Pauschale). Beides zusammen maximiert Ihre Werbungskosten. Führen Sie einen einfachen Kalender, welche Tage Sie wo gearbeitet haben.

Was ist der Unterschied zwischen Steuerklasse 3/5 und 4/4?

Steuerklasse 3/5: Der besserverdienende Partner zahlt weniger Lohnsteuer (Klasse 3), der andere mehr (Klasse 5). Monatlich mehr Netto, aber Steuererklärung ist PFLICHT und es kommt oft zu Nachzahlungen. Steuerklasse 4/4 (mit Faktor): Beide zahlen sofort den korrekten Betrag – keine bösen Überraschungen. Empfehlung: 4/4 mit Faktor, wenn Sie kein Nachzahlungsrisiko wollen. 3/5 nur, wenn Sie das Mehr-Netto monatlich brauchen.

Wie lange habe ich Zeit für die Steuererklärung?

Pflichtveranlagung: Bis 31. Juli des Folgejahres (also 31.07.2026 für 2025). Mit Steuerberater: Bis Ende Februar des übernächsten Jahres. Freiwillige Abgabe: Sie haben 4 Jahre rückwirkend Zeit. Im Jahr 2025 können Sie noch die Steuererklärungen für 2024, 2023, 2022 und 2021 einreichen. Tipp: Machen Sie auch rückwirkende Erklärungen – das sind potenziell 4 x 1.095 € = 4.380 € Erstattung.

Sind ETF-Gewinne und Dividenden steuerpflichtig?

Ja – 25 % Kapitalertragsteuer + 5,5 % Soli (= 26,375 %) auf alle Erträge über dem Sparerpauschbetrag (1.000 € Singles / 2.000 € Paare). Bei thesaurierenden ETFs fällt eine Vorabpauschale an (Basiszins x 70 % auf den Fondswert). Tipp: Freistellungsauftrag bei jedem Broker einrichten, um die 1.000 € steuerfrei zu nutzen. Bei Aktienverkäufen mit Gewinn: Teilfreistellung von 30 % für Aktienfonds (nur 70 % der Gewinne werden besteuert).

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