Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Ihrem gewünschten Lebensstandard im Alter und der zu erwartenden gesetzlichen Rente. Wer heute 3.000 € netto verdient und 80 % davon als Rente anpeilt, braucht 2.400 € monatlich. Die gesetzliche Rente bringt nach aktuellen Berechnungen oft nur 1.000–1.500 € netto. Die Differenz – die Rentenlücke – muss privat geschlossen werden.
Das Problem wird durch die Inflation massiv verschärft. Eine Wunschrente von 2.400 € hat bei 2,5 % Inflation in 37 Jahren (Renteneintritt mit 67 als 30-Jähriger) nur noch eine Kaufkraft von rund 960 €. Sie können sich damit nur noch 40 % dessen kaufen, was heute 2.400 € wert sind. Deshalb berechnet unser Rechner die Rentenlücke immer auch inflationsbereinigt – die ehrlichere Zahl.
Die gesetzliche Rente im Realitätscheck
Das Rentenniveau in Deutschland liegt aktuell bei 48 % des Durchschnittsentgelts – Tendenz fallend. Ein Eckrentner (45 Jahre Beiträge auf Durchschnittslohn) erhält rund 1.700 € brutto Rente. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung bleiben ca. 1.500 € netto. Wer weniger verdient oder Lücken im Erwerbsleben hat (Studium, Elternzeit, Teilzeit), bekommt deutlich weniger.
Wichtig: Die Renteninformation, die Sie jährlich per Post erhalten, zeigt den Brutto-Wert ohne Inflation. Die dort genannten Beträge sind also bereits im Moment des Lesens weniger wert als dargestellt. Unser Rechner korrigiert genau diesen Fehler und zeigt die reale Kaufkraft.
Warum die Inflation der stille Renten-Killer ist
Die Inflation entwertet nicht nur Ihre Ersparnisse, sondern auch Ihre zukünftige Rente. Bei 2,5 % Inflation pro Jahr:
- In 20 Jahren: 1.000 € Rente haben nur noch 610 € Kaufkraft
- In 30 Jahren: 1.000 € Rente haben nur noch 477 € Kaufkraft
- In 40 Jahren: 1.000 € Rente haben nur noch 372 € Kaufkraft
Deshalb ist es entscheidend, bei der Rentenplanung immer real zu rechnen – also die Inflation einzubeziehen. Unser Rechner tut genau das und zeigt Ihnen, welchen Betrag Sie heute zur Seite legen müssten, um Ihre Kaufkraft im Alter zu erhalten.
Mit ETF-Sparplänen die Lücke schließen
Die effektivste Methode, die Rentenlücke zu schließen, sind breit gestreute ETF-Sparpläne. Ein MSCI World ETF hat historisch rund 7–8 % Rendite pro Jahr erbracht. Nach Abzug der Inflation (2–3 %) bleiben 4–5 % reale Rendite. Dank des Zinseszinseffekts wächst Ihr Vermögen exponentiell:
- 200 €/Monat über 37 Jahre bei 7 %: ca. 458.000 € (eingezahlt: 88.800 €)
- 300 €/Monat über 37 Jahre bei 7 %: ca. 687.000 € (eingezahlt: 133.200 €)
- 500 €/Monat über 37 Jahre bei 7 %: ca. 1.145.000 € (eingezahlt: 222.000 €)
Je früher Sie anfangen, desto weniger müssen Sie monatlich sparen. Wer mit 25 beginnt, braucht nur die Hälfte dessen, was jemand mit 35 aufbringen muss. Zeit ist Ihr mächtigster Verbündeter beim Vermögensaufbau.
Die 4-%-Entnahmeregel
Die Trinity-Studie hat gezeigt, dass Sie jährlich ca. 4 % Ihres Portfolios entnehmen können, ohne dass das Geld in 30 Jahren aufgebraucht ist – bei einer diversifizierten Aktien-/Anleihen-Mischung. Unser Rechner nutzt diesen Ansatz: Wenn Sie 1.000 € monatlich aus Ihrem Portfolio brauchen, benötigen Sie ein Vermögen von 300.000 € (1.000 € x 12 / 0,04). Bei 2.000 € monatlich: 600.000 €.
Was Sie jetzt tun sollten
- Renteninformation prüfen: Fordern Sie Ihre aktuelle Rentenauskunft an (deutsche-rentenversicherung.de) und gleichen Sie den Betrag mit diesem Rechner ab.
- Inflation einrechnen: Reduzieren Sie den Renten-Betrag gedanklich um 30–50 % – das ist die reale Kaufkraft bei Renteneintritt.
- Sparplan starten: Eröffnen Sie ein Depot und richten Sie einen monatlichen ETF-Sparplan ein. Schon 100–200 €/Monat machen langfristig einen enormen Unterschied.
- Jährlich prüfen: Passen Sie Ihren Sparplan bei Gehaltserhöhungen an und überprüfen Sie Ihre Rentenlücke regelmäßig.