Eine Anleihe ist im Kern ein Kredit, den Sie einem Staat oder Unternehmen geben. Im Gegenzug erhalten Sie regelmäßige Zinszahlungen (Kupon) und am Ende der Laufzeit Ihr Kapital zurück (Nennwert, meist 100 %). Wenn Sie eine Bundesanleihe kaufen, leihen Sie also der Bundesrepublik Deutschland Geld – und bekommen dafür aktuell ca. 2,5 % Zinsen pro Jahr.
Der große Vorteil gegenüber Aktien: Planbarkeit. Bei einer Anleihe kennen Sie vorher den Zinssatz, die Laufzeit und den Rückzahlungsbetrag. Bei einer 10-jährigen Bundesanleihe mit 2,5 % Kupon wissen Sie exakt, dass Sie pro 10.000 € investiertem Kapital jährlich 250 € Zinsen erhalten und am Ende Ihre 10.000 € zurückbekommen. Keine Überraschungen, keine Quartalszahlen, kein Zittern.
Der Nachteil: Niedrigere Langzeitrendite. Historisch bringen Aktien 8–10 % p.a., Anleihen 2–5 %. Aber genau das ist der Punkt: Anleihen sollen nicht die Rendite maximieren, sondern das Portfolio stabilisieren. In jedem Aktiencrash der Geschichte sind hochwertige Staatsanleihen gestiegen oder stabil geblieben – sie sind das Gegengewicht, das verhindert, dass Sie in Panik verkaufen.