Immobilien sind die beliebteste Anlageform der Deutschen – über 50 % des Privatvermögens steckt in Betongold. Der Reiz: Ein physischer Sachwert, den man anfassen kann, der Miete abwirft und im Wert steigt. Dazu kommen Steuervorteile bei Vermietung (Abschreibung, Schuldzinsabzug) und der Hebeleffekt durch Finanzierung (mit 20 % Eigenkapital kontrollieren Sie 100 % eines Objekts).
Doch die Realität ist komplexer als der Traum: Kaufnebenkosten von 10–15 % fressen die ersten Jahre der Wertsteigerung. Instandhaltung, Mieterverwaltung und Leerstand sind Arbeit und Kosten, die in der romantisierten „Betongold"-Erzählung oft fehlen. Und die Rendite? In München liegt die Bruttomietrendite bei 3,2 % – davon gehen noch Kosten ab. Ein MSCI World ETF hat in den letzten 30 Jahren 8 % p.a. gebracht – ohne Aufwand.
Das bedeutet nicht, dass Immobilien schlecht sind. Sie sind anders: Sie bieten erzwungenes Sparen (Tilgung), Inflationsschutz und den psychologischen Vorteil, einen greifbaren Vermögenswert zu besitzen. Und für alle, die den Aufwand einer Direktimmobilie scheuen, gibt es hervorragende Alternativen: REITs, Immobilien-ETFs und offene Immobilienfonds.