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Rohstoffe & Gold

Gold als Krisenschutz, physisch vs. ETC, Goldminen-ETFs und die richtige Portfolio-Beimischung – alle Fakten für Ihre Entscheidung.

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Gold Rendite 10 J. ~8 % p.a.
Gold-ETC Kosten 0,00 % TER
Empfohlener Anteil 5–10 %
Steuervorteil ETC Frei nach 1 Jahr

Warum Gold und Rohstoffe ins Portfolio gehören

Gold ist seit Jahrtausenden ein Wertspeicher – und in den letzten 20 Jahren hat es Anleger mit einer Rendite von über 500 % belohnt (Goldpreis 2004: ~400 €/oz, 2025: ~2.700 €/oz). Der eigentliche Wert von Gold liegt aber nicht in der Rendite, sondern in seiner negativen Korrelation zu Aktien: Wenn Börsen crashen, steigt Gold – oft um 20–40 %. Das macht es zum perfekten Krisenabsorber im Portfolio.

Rohstoffe allgemein (Silber, Kupfer, Öl, Uran) bieten Inflationsschutz und Diversifikation, sind aber volatiler und komplexer als Aktien oder Anleihen. Für Privatanleger lautet die Empfehlung: 5–10 % Gold als Krisenversicherung, weitere Rohstoffe optional und nur als Beimischung (max. 5 %). Wer mehr als 20 % in Rohstoffe steckt, riskiert langfristige Renditeeinbußen – denn Rohstoffe zahlen keine Dividenden, keine Zinsen und haben keinen inneren Cashflow.

Die gute Nachricht: Gold-Investments waren noch nie so einfach. Mit einem Gold-ETC wie Xetra-Gold investieren Sie ab wenigen Euro, 100 % physisch hinterlegt, nach 1 Jahr steuerfrei – ohne sich um Tresore und Versicherungen kümmern zu müssen. Und wer Gold wirklich anfassen möchte, kann beim ETC sogar die physische Auslieferung verlangen.

🥇
Gold-Steuervorteil in Deutschland: Physisches Gold und sogenannte „lieferbare" Gold-ETCs (Xetra-Gold, EUWAX Gold II) sind nach einer Haltedauer von 1 Jahr komplett steuerfrei – egal, wie hoch der Gewinn ist. Das gilt nicht für Goldminen-ETFs (Abgeltungssteuer) und nicht für ausländische Gold-ETCs ohne Auslieferungsanspruch (ebenfalls Abgeltungssteuer).

Die wichtigsten Rohstoffe im Vergleich

Von Gold bis Uran – Rendite, Risiko und Investmentzugang.

Rohstoff Kategorie Rendite (10 J.) Volatilität Inflationsschutz Investieren via
Gold Edelmetall ~8 % p.a. Mittel Sehr gut Physisch, ETC, Goldminen-ETF
Silber Edelmetall ~5 % p.a. Hoch Gut Physisch, ETC
Öl (Brent) Energie ~2 % p.a. Sehr hoch Gut (kurz-/mittelfristig) Rohstoff-ETF, Aktien (Shell, BP)
Kupfer Industriemetall ~6 % p.a. Hoch Mittel Rohstoff-ETF, Minenaktien
Uran Energie ~18 % p.a. Sehr hoch Gering Uran-ETF, Minenaktien (Cameco, Kazatomprom)

In Gold investieren – alle Wege

Physisch, ETC oder Goldminen-ETF – Kosten, Steuern und Eignung.

Anlageform Kosten Liquidität Steuer Vorteil Nachteil
Goldbarren (z.B. 100 g) ~6.500 € + 2–4 % Aufschlag Mittel (Händlerverkauf) Nach 1 Jahr steuerfrei Kein Emittentenrisiko, physischer Besitz Lagerkosten, Diebstahlrisiko
Goldmünzen (z.B. Krügerrand) ~2.300 € + 4–6 % Aufschlag Hoch (weltweit bekannt) Nach 1 Jahr steuerfrei Hohe Wiedererkennung, teilbar Höherer Aufschlag als Barren
Gold-ETC (Xetra-Gold) Börsengebühr + TER 0,00 % Sehr hoch (Börsenhandel) Nach 1 Jahr steuerfrei (BFH-Urteil) Kein Lageraufwand, Auslieferung möglich Emittentenrisiko (theoretisch)
Gold-ETC (EUWAX Gold II) Börsengebühr + TER 0,00 % Hoch (Börsenhandel) Nach 1 Jahr steuerfrei Auslieferung ab 100 g möglich Geringeres Handelsvolumen
Goldminen-ETF TER 0,53 % (VanEck Gold Miners) Sehr hoch Abgeltungssteuer + Teilfreistellung 30 % Hebelwirkung auf Goldpreis, Dividenden Höhere Volatilität als Gold selbst

Die besten Gold-ETCs und ETFs

Top-Produkte für passives Goldinvestment.

Produkt ISIN TER Art Volumen Besonderheit
Xetra-Gold DE000A0S9GB0 0,00 % ETC (physisch) ~12 Mrd. € Steuerfrei nach 1 Jahr, Auslieferung möglich
EUWAX Gold II DE000EWG2LD7 0,00 % ETC (physisch) ~1 Mrd. € Auslieferung ab 100 g, Stuttgarter Börse
iShares Physical Gold IE00B4ND3602 0,12 % ETC (physisch) ~17 Mrd. € Irisch, Abgeltungssteuer (kein 1-Jahres-Vorteil)
VanEck Gold Miners IE00BQQP9F84 0,53 % Aktien-ETF ~1 Mrd. € Goldminenaktien, Hebel auf Goldpreis
WisdomTree Physical Gold JE00B1VS3770 0,39 % ETC (physisch) ~15 Mrd. € Jersey-domiziliert, langjährig etabliert

Goldanteil im Portfolio

Wie viel Gold ist sinnvoll – und wann wird es zu viel?

Gold-Anteil Beispiel-Portfolio Effekt Empfehlung
5 % Gold 80 % Aktien-ETF, 15 % Anleihen, 5 % Gold Leichte Diversifikation, kaum spürbar Symbolische Absicherung
10 % Gold 70 % Aktien-ETF, 20 % Anleihen, 10 % Gold Spürbare Krisenabsicherung, geringe Renditeminderung Empfohlene Beimischung
20 % Gold 60 % Aktien-ETF, 20 % Anleihen, 20 % Gold Starke Absicherung, aber Rendite leidet langfristig Konservative/ängstliche Anleger
30 %+ Gold 50 % Aktien-ETF, 20 %+ Gold, Rest Anleihen Starke Renditeminderung, Übergewichtung Nicht empfohlen – Klumpenrisiko
⚖️
Beispielrechnung Krisenfall: Portfolio mit 100.000 €, davon 10 % Gold (10.000 €). Aktien fallen um 30 % (63.000 € statt 90.000 €). Gold steigt um 25 % (12.500 €). Gesamtportfolio: 75.500 € statt 63.000 € ohne Gold. Die 10 % Gold haben den Verlust von 27.000 € auf 24.500 € begrenzt – eine Verbesserung von 9,3 %. Und beim Rebalancing kaufen Sie günstig Aktien nach.

In 5 Schritten zum Rohstoff-Investment

01

Rolle im Portfolio definieren

Gold ist kein Renditebringer – es ist eine VERSICHERUNG gegen Krisen, Inflation und Währungsverfall. Fragen Sie sich: Will ich mein Portfolio absichern (dann 5–10 % Gold) oder aktiv in Rohstoffe investieren (dann breiterer Rohstoff-Ansatz)? Wer Gold zur Renditeoptimierung kauft, wird enttäuscht – langfristig liegt Gold bei 5–8 % p.a., Aktien bei 8–10 % p.a. Der Wert liegt in der negativen Korrelation zum Aktienmarkt.

02

Anlageform wählen

Für die meisten Anleger ist ein Gold-ETC (Xetra-Gold oder EUWAX Gold II) die beste Wahl: Kein Lageraufwand, 100 % physisch hinterlegt, nach 1 Jahr steuerfrei, niedrige Kosten. Physisches Gold (Barren/Münzen) ist sinnvoll ab einem gewissen Vermögen als absolute Krisenwährung – aber Lagerung und Versicherung kosten. Goldminen-ETFs sind KEIN Gold-Ersatz – sie korrelieren stärker mit dem Aktienmarkt.

03

Kaufzeitpunkt und -strategie

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht – Gold schwankt kurzfristig stark. Strategie: Einmalanlage bei klarer Untergewichtung im Portfolio, oder regelmäßiger Sparplan (z.B. 50–100 €/Monat in Xetra-Gold). Bei physischem Gold: Größere Einheiten kaufen (100 g Barren statt 10 × 10 g), der Aufschlag ist prozentual niedriger. Seriöse Händler: Degussa, pro aurum, philoro, oder Banken.

04

Andere Rohstoffe gezielt beimischen

Über Gold hinaus: Silber als günstigerer Inflationsschutz (aber volatiler), Kupfer und Industriemetalle als Konjunkturwette (Elektromobilität, Infrastruktur), Uran als Spekulation auf Kernkraft-Renaissance. Für Privatanleger: Breit gestreute Rohstoff-ETFs (z.B. iShares Diversified Commodity Swap) statt Einzelrohstoffe. Achtung: Rohstoff-ETFs nutzen Futures – Rollverluste können die Rendite schmälern.

05

Rebalancing durchführen

Gold-Anteil regelmäßig prüfen und auf den Zielwert zurückführen. Beispiel: Ihr Ziel ist 10 % Gold. Nach einem Börsensturz steht Gold bei 15 % (weil es gestiegen ist und Aktien gefallen sind). Verkaufen Sie Gold und kaufen Sie günstig Aktien nach. Umgekehrt: Wenn Aktien boomen und Gold nur noch 6 % ausmacht, kaufen Sie Gold nach. Dieses antizyklische Rebalancing verbessert die Risiko-Rendite-Relation.

Häufig gestellte Fragen

Ist Gold eine gute Geldanlage?

Gold ist eine gute Ergänzung, aber kein Kerninvestment. Langfristig liegt die Rendite bei 5–8 % p.a. – weniger als Aktien (8–10 %), aber mit deutlich geringerer Korrelation zum Aktienmarkt. Der wahre Wert von Gold: In Krisen (2008, 2020, 2022) stieg Gold, während Aktien fielen. Als Versicherung (5–10 % des Portfolios) ist Gold sinnvoll – als alleinige Anlage nicht.

Xetra-Gold oder physisches Gold?

Für die meisten Anleger: Xetra-Gold. Es ist 100 % physisch hinterlegt, nach 1 Jahr steuerfrei, extrem liquide und kostet nichts (0 % TER). Physisches Gold ist sinnvoll als absolute Krisenreserve (wenn Sie befürchten, dass Banken und Börsen ausfallen) – aber dann sprechen wir von Extremszenarien. Für normale Portfoliodiversifikation ist der ETC überlegen.

Warum keine Gold-ETFs in Deutschland?

Die EU-Regulierung (UCITS) verbietet Fonds, die nur in einen einzelnen Rohstoff investieren – deshalb gibt es keinen „Gold-ETF". Stattdessen gibt es Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) – rechtlich eine Schuldverschreibung, nicht ein Fonds. Der Unterschied: ETCs sind formal kein Sondervermögen. Bei physisch hinterlegten ETCs (Xetra-Gold) ist das Risiko aber minimal, da das Gold Ihnen treuhänderisch zusteht.

Sind Goldminen-Aktien eine Alternative?

Goldminen-Aktien bieten einen Hebel auf den Goldpreis: Steigt Gold um 10 %, steigen Minenaktien oft um 20–30 %. Das gilt aber auch in die andere Richtung. Zudem kommen Unternehmensrisiken hinzu (Managementfehler, politische Risiken, Umweltauflagen). Goldminen-ETFs (z.B. VanEck Gold Miners) sind besser als Einzelaktien – aber sie sind KEIN Gold-Ersatz, sondern eine spekulative Ergänzung.

Was ist mit Kryptowährungen als „digitales Gold"?

Bitcoin wird oft als „digitales Gold" bezeichnet – begrenztes Angebot (21 Mio.), dezentral, nicht inflationierbar. Aber: Bitcoin korreliert stärker mit dem Aktienmarkt als Gold und ist extrem volatil (–70 % Einbrüche sind normal). Als Gold-Ersatz im Portfolio ist Bitcoin ungeeignet. Als spekulative Beimischung (1–3 %) neben Gold (5–10 %) kann es sinnvoll sein – aber es ersetzt die Krisenschutzfunktion von Gold nicht.

Wie viel Gold sollte ich maximal besitzen?

Empfehlung: 5–10 % des Gesamtportfolios. Bei einem 200.000-€-Portfolio: 10.000–20.000 € in Gold. Mehr als 15 % ist überflüssig – Gold bringt keine Erträge (keine Dividenden, keine Zinsen), und historisch liegt die Rendite unter Aktien. Der Sweet Spot aus Untersuchungen: Bei 10 % Gold-Anteil ist die Risikoreduktion am größten bei geringstem Renditeverzicht. Über 20 % schadet es mehr als es nützt.

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